Diesen Samstag fand die Ausstellung "Dark Rooms" in Berlin statt. Organisiert wurde diese unter anderem von Sven Sauer. Sven ist ebenfalls für Veranstaltungen wie 360 Minuntes Art, verantwortlich.

The Dark Rooms ist eine Ausstellung, in der internationale Künstler ihre Arbeiten für eine Nacht und in völliger Dunkelheit in einer spannenden Location präsentieren. Es gibt kein Licht in de Räumen. Lediglich die Kunstwerke werden beleuchtet. The Dark Rooms ist ein Projekt, welches neue Herangehensweisen in der Auseinandersetzung mit Kunst und der Kommunikation von Kunst untersucht. Mit anderen Worten, ist es das Ziel eine „neue“ und individuell erfahrbare Wahrnehmungsperspektive zu schaffen, in der der Rezipient Teil eines Dialoges zwischen dem Raum und Kunstwerk wird.  www.thedarkrooms.de

Insgesamt stellen elf Künstler aus verschiedenen Ländern Bilder für diese Ausstellung bereit. Mit dabei sind das deutsche Künstler Kollektiv SA-PO. Sven Sauer und Igor Posavec binden dieses. Beide haben schon diverse andere Ausstellungen mit ihren Bildern bereichert. Unter anderem auch in Soul, Warschau oder in Lissabon.

In den Bildern von Sven und Igor wird es bei "Dark Rooms" geht es um Südkorea. Bei der Reise in das asiatische Land, erfuhren sie die Gefühl, dass das Land sich immer noch im Krieg befindet. Trotz starker Amerikanisierung blitzt immer wieder das Gefühl von Angst und Unwohlsein zwischen LED-Wänden, U-Bahn und Wolkenkratzer heraus.

Sven hatte die Idee die Bilder mit Sound und Musik zu erweitern. Eine neue Ebene zu schaffen. Mit Ton und Musik lassen sich Emotionen sehr gut transportieren und führen eine Metaebene den Bildern hinzu. Subtile Atmosphären, Klänge die Unwohlsein, Töne die nicht reinpassen. Das war die Herausforderung bei den Kompositionen. Es galt in den Atmosphären von Großstadt, Meer und Alltagsleben neue Elemente zu integrieren.

Die Zusammenarbeit mit Sven war großartig. Anfänglich haben wir uns in Berlin getroffen um über das Projekt zu sprechen. Sven schickte mir später die Bilder und ich sammelte Ideen für die insgesamt neun Bilder. Ich hatte die komplette Freiheit mich akustisch auszuleben.

Als Kern für alle Bilder galt es eine Atmosphäre des Unwohlseins. Bei seiner Reise hat Sven genau das in Soul erfahren. Das Gefühl, dass zwei Welten auf einander prallen. Süd- und Nordkorea befindet sich offiziell im Krieg. Keine aktiven, aber theoretisch möglich, dass dieser zu jeder Zeit ausbrechen kann. Sven ging zur U-Bahn und als in der Station war fiel ihm eine große Vitrine mit unzähligen Gasmasken auf. Bizar. Etwas, was im amerikanisierten Soul nicht reinpasst. Ein Gefühl des Schauer macht sich bei ihm breit und mir bei der alleinigen Vorstellung. Dieses wollten wir einfachen. Visuell als auch akustisch.

Nach der Definition der Atmosphäre folgte die Auswahl der Klänge. Ich kramte in meiner Soundbibliothek. Fand verschiedenste Sound-Elemente. Selbstaufgenommen, von Anderen gefertigt und Vorlagen aus Synthesizern. Dieser wurden aufgenommen, geschnitten, verfremdet, zeitlich verformt und mit Effekten bearbeitet um genau die Atmosphäre zu kreieren die wir wollten. Alltagsumgebungen mit einem düsteren Touch. Tiefe wuchtige Töne paaren sich zusammen mit Bewegungen von Flächen und teils rhythmischen Elementen.

Natürlich müssen die Kompositionen auch würdig präsentiert werden. Für die Ausstellung wurden Richtlautsprecher angeschafft. Diese haben eine gerichtete Ausstrahlung. Dies hat den Vorteil, dass der Ton räumlich begrenzt wahrgenommen wird. Somit werden die Betrachter der weiteren Kunstwerke nicht gestört und die Wirkung des Klangs wird auf einem Punkt konzentriert. Vor jedem riesigen Kunstwerk wurde ein Lautsprecher von uns befestigt. Durch die Richtwirkung wird außerdem auch ein gewisser "Aha" Effekt erzielt wird, wenn die Person die Kunst betrachtet. Sie wird überrascht.