Im ersten Teil meiner kleinen Serie habe ich euch meine EQ-Sammlung vorgestellt. Die Resonanz war recht positiv und hier kommt der Teil 2: die Kompressoren.

Der Ansatz bei den Equalizern war mit dem grundlegendsten Formwerkzeug für Klang anzufangen. EQs beeinflussen die Frequenz und somit auch den womöglich größten Anteil eines Tons. Ganz dicht gefolgt steht für mich die Dynamik an zweiter Stelle. Gerade der Unterschied zwischen leisen und lauten Stellen eines Sounds spielt eine sehr wichtige Rolle in der Tongestaltung in Musik und Film. Leider wurde die Musik in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten immer mehr und mehr komprimiert. Die Dynamik ist zum Teil auf ein Minimum geschrumpft. Auch wenn der Trent des Loudness War´s langsam etwas zurück geht, sind viele Mixe weit entfernt von dynamischen Verläufen. Vor allem im aktuellen EDM-Sound habe ich das Gefühl, dass dort Dynamik ein Fremdwort ist.

Im Filmton sieht die Sachen zum Glück wieder etwas anders aus. Dabei ist zu erwähnen das hier eine Unterscheidung zwischen Kinofilm, Fernsehen und Webvideo zu ziehen ist. Den größten Dynamik-Umfang bietet der Kinofilm. Dank guter Wiedergabetechnik und vor allem der gut klingende Raum ermöglichen es mit vielen detailreichen Unterschieden zwischen sehr leise und sehr laut zu arbeiten. Beim Fernsehen und Webvideo wird hingegen wesentlich mehr komprimiert, da die Wiedergabegeräte sehr variieren. Im Webvideo gibt es keine Normen, was den Endpegel des Mixes betrifft. Das ist der alleinige Unterschied zum Fernsehen, wo bestimmte Normen greifen.

Dies als Einleitung zum Thema. Je nach dem setzte ich somit meine Kompressoren unterschiedlich ein. Bei Musik viel stärker als beim Filmton. Dies ist natürlich auch immer von der Art der Musik und von dem vorliegendem Material abhängig.

Wie bei den EQs, mache ich auch eine Einteilung zwischen nicht-färbende oder färbende Kompressoren. Bei den nicht-färbenden Kompressoren ist mir wieder eine große Flexibilität wichtig. Parameter wie Treshold, Gain, Ration, Attack, Release, Knee und Sidechain sollten Standard sein. Darüber hinaus finde ich bestimmte Extras sehr nützlich, wie zum Beispiel wenn Gate und/oder Expander in dem Kompressor-Modul integriert sind.

Meine Top nicht-färbenden Kompressoren

Kompressor im Channel Strip von Avid ProTools

Einfach zu bedienen, sauberer Klang und viele Parameter. Der Channel Strip von ProTools vereint alle meine Wünsche an einem Allzweck-Kompressor. Dieser vereint auch das Feature der Integration eines Gates und eines Expanders.

Pro-C von FabFilter

Die FabFilter Plug-Ins haben es mir wirklich angetan. Der Pro-C ist super einfach zu bedienen, vielseitig einsetzbar und optisch sehr ansprechend. Mein Highlight ist die Visualisierung der Kompression im integriertem Analyzer.

Meine Top färbenden Kompressoren

TLA-100A Compressor von Softube

Großartiger Kompressor. Klingt groß, weich und wärmt den Sound. Setze ihn sehr oft ein. Finde super Verwendung bei Streichern, Gesang oder auch ganzen Summen. Einziger Nachteil, dass die Attack- und Release Zeiten sind nicht sonderlich flexibel und somit nicht für Percussions geeignet.

Virtual Buss Kompressors von Slate Digital

Drei Kompressoren, drei mal lebendiger Sound in the Box. Vor allem gefällt der mit der FG-MU richtig gut. Optik ähnelt dem Fairchild Kompressor. Sound ist vielseitig. Von subtil über warm bis aggressiv. Mit den drei Kompressoren lässt sich ein großer Teil von Signalen bearbeiten.

Update 2019

Mittlerweile nutze ich nicht mehr Avid ProTools sonder habe ich auf Steinberg Nuendo spezialisiert. Dort kann ich auch dem Standard-EQ empfehlen. Dieser arbeitet sehr sauer und zuverlässig.